Neue Features für Photoshop – das beste Update seit Langem!

Disclaimer: Zum Zeitpunkt des Blog-Schreibens hab ich noch keinen der Punkte ausführlich getestet. Meinungen können sich ändern, da man Bugs und andere Nervigkeiten erst nach einer gewissen Zeit findet. ;)

Gestern kam ein großes Update für viele Apps aus der Creative Cloud heraus. Kurioserweise heißt die aktuelle Version von Photoshop jetzt 2015.5 – auch wenn wir schon 2016 haben, sogar schon ne Zeit lang.

Normalerweise warte ich 1-2 Tage bis ich solche großen Update installiere, aber das für Photoshop musste ich mir sofort anschauen. Ein paar Quellen nach kamen nämlich wirklich nützliche Funktionen dazu, die einem ganz schön viel Arbeit abnehmen werden. Zeitlich passend aber unabhängig davon habe ich mir vorgenommen, heute die CS6-Versionen, die ich besitze zu deinstallieren (ich habe noch etwas abgewartet, wo ich sie evtl. hätte brauchen können. Das ist jetzt abgeschlossen). Das habe ich auch getan und im gleichen Zug das Update für Photoshop installiert.

Nach einer kurzen Zeit des Ausprobierens und Nachforschens, was neu ist kann ich denke ich auf jeden Falls sagen, dass das hier meine Highlights an Neuerungen sind:

Select and Mask

Zum wohl größten und besten Grund zum Updaten (wenn man überhaupt einen braucht, es ist immerhin kostenlos) gehört das neue Maskieren-Werkzeug. Um von CS5 auf CS6 umzusteigen war das Refine Edge Tool mehr als Grund genug, jedenfalls wenn man öfter (soll heißen öfter als 3 mal im Jahr) etwas freistellen möchte, was etwas komplizierte Kanten hat – zum Beispiel Haare. Fell, Blätter/Bäume... Mindestens genau so viel Grund bietet die Weiterentwicklung dieses Tools jetzt. Das neue "Select and Mask" ersetzt das Refine Edge Tool, wobei es aber alle Funktionen vom Vorgänger immer noch in sich trägt. Nur funktioniert das Freistellen bzw. Maskieren jetzt noch viel besser. Erstaunlich viel besser.

Content Aware Crop

Eine weiter Funktion hat Lightroom vor ein paar Tagen bereits bekommen, jetzt ist sie auch in Photoshop verfügbar und nennt sich hier auch "Content Aware Crop". Sie füllt die Ecken von Fotos automatisch inhaltsbasiert. War auch vorher schön möglich, man musste es nur eben manuell machen. Das bedeuten mann kann Fotos nun auch gerade ausrichten, ohne nach innen Beschneiden zu müssen, weil man sonst weiße Ränder hätte.

Match Font

Ein weiteres cooles Feature nennt sich Match Font. Damit kann man Photoshop Schriftarten erkennen lassen und die verwendete anzeigen oder ähnlich aussehende vorschlagen lassen. Kommt dann praktisch, wenn man ein Bild oder Foto von etwas hat, das keine Ebenen besitzt oder die Textebene gerastert wurde. Sowas muss ich tatsächlich öfter machen als man denkt, meistens dann wenn eine schlechte Bildvorlage vektorisiert werden muss. Für solche Fälle benutze ich bisher einen Service der sich What The Font nennt und relativ zuverlässig zumindest gängige Schriften erkennt und findet. In nächster Zeit werde ich die integrierte Funktion mal austesten.

Langjährige Photoshopper werden vielleicht sagen, dass man das alles auch schon vorher machen konnte und damit einfach immer mehr unerfahrenen Leuten Zugang zu professioneller Bildbearbeitung gegeben wird. Ja und?

Man kann sich so immer mehr auf das Ergebnis, das man erreichen will konzentrieren ohne Stunden darüber nachdenken zu müssen, WIE man das erreicht oder sich Tutorials anzusehen mit welcher Technik man am besten einen Baum der vor anderen Bäumen an einen sonnigen Sommertag in 8 bit fotografiert wurde. Also – auch erfahrene dürfen sich drüber freuen, weniger von dem gleichen, sich wiederholenden S$%& immer und immer wieder von Hand machen zu müssen ;)

But Theres One More Thing

Auch das Liquify-Tool hat ein Update bekommen! Adobe nennt das neue Feature "Face Aware Liquify". Das Werkzeug benutzt man in der Regel um Körper zu formen und ein paar cm Umfang von Leuten zu entfernen, die ... lichtbedingt, optisch täuschend, die eigentlich ja gar nicht da sind ... Das Tool wurde um eine Gesichtserkennung (wie der Name schon vermuten ließ) erweitert, das automatisch Teile des Gesichts erkennt und so kann man mit Slidern für zum Beispiel "Augenabstand" oder "Stirnhöhe" zu ändern, ohne dass man mit generischen Werkzeugen selbst die Proportionen anpassen muss (und dabei potentiell alles schlimmer macht als vorher, wenn man nicht aufpasst – oder es einfach furchtbar offensichtlich wird, dass man liquified hat).

Noch mehr Infos über alles, was neu ist bekommt man hier:

Scott Kelby's Blog
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