Warum ich Ultrawide-Screens cool finde. Sogar cooler als 4K!

Ich spielte schon lange mit dem Gedanken, einen Zweitmonitor an meinen Hauptarbeitsrechner, einen iMac 27" Late 2013, anzuhängen, um mehr Platz auf dem Display zu haben. Mit Programmen wie der Creative Cloud hat man davon nämlich nie genug.

Dazu kommt, dass das interne Display vor einiger Zeit einen hässlichen Streifen in der Mitte entwickelt hat, der beim Arbeiten, vor allem mit Photoshop und Premiere ziemlich stört. Und – can't be unseen, ihr wisst schon. Den Rechner ein paar Wochen abzugeben um es reparieren zu lassen, kommt aktuell nicht in Frage, da weder mein alter iMac noch mein Macbook Pro leistungstechnisch in der Lage wären, den Rechner in der Zwischenzeit zu ersetzen. Außerdem: wer gibt schon gern seinen Hauptrechner aus der Hand.

Nun habe ich mir im Janur einen Monitor gekauft, der für die meisten wohl noch etwas seltsam aussieht. Und zwar einen Ultrawide 21:9 Monitor, namentlich LG 34UM88-P (Affiliate Link).

Einen Blog, bei dem ich genauer auf den Monitor und seine Features und Leistungsmerkmale eingehe, werde ich in den nächsten Tagen posten. Hier möchte ich mich mal mit dem Thema Ultrawide an sich beschäftigen.

Warum Ultrawide und nicht 4K?

Um ganz ehrlich zu sein habe ich noch nie ein 4K UHD Display vor meinen Augen gehabt. Ich kenne die Dinger nur aus Reviews und YouTube Videos. Was ich aus diesen Quellen aber gehört und gelesen habe ist, dass die meisten es zu dem Zweck nutzen, 4K-Videomaterial zu schneiden und dann 1:1-Playback zu ermöglichen um das Ergebnis in seiner Originalauflösung betrachten zu können. Das Szenario stellt sich aktuell bei mir wenig bis gar nicht, und die seltenen Fälle in denen es vorkommt kann ich bisher auch mit einem 2.7K Display bewältigen.

Ich stand trotzdem vor der Wahl 4K in "normalem" Seitenverhältnis oder Ultrawide. Die Entscheidung ist auf Ultrawide gefallen. Und zwar weil ich mir dadurch mehr Optionen ermögliche. Sowohl mehr Platz in den Creative Cloud Apps, als auch die Option, mehrere Fenster nebeneinander zu öffnen um zum Beispiel Artikel wie diese hier zu schreiben usw.

Vor kurzem habe ich übrigens gelesen, dass die University of Utah sogar eine Produktivitätssteigerung von bis zu 52% festgestellt haben will, sobald deren Probanden an 21:9 Displays gearbeitet haben. Das enspricht zum Teil 2,5 Stunden am Tag.

Dazu kommt, dass das 21:9-Format (auch QHD genannt) weniger Leistungsintensiv ist, was die Grafikkarte angeht. Viele ältere Rechner (meiner hier ist von 2013, wie gesagt) haben nicht die richtigen Ports oder Anschlüsse, um das 4K-Format in vollem Umfang zu nutzen. Der iMac hat was Anschlüsse angeht da keine Probleme, da es per Adapter möglich wäre sowohl über DisplayPort bzw. miniDisplayPort mit dem Rechner zu sprechen als auch über Thunderbolt, womit man sogar die Möglichkeit des Daisy Chainings bekommt.

 

Was mache ich damit?

Ich benutze das Display hier am iMac eigentlich ausschließlich zum Arbeiten. Hauptsächlich benutze ich Photoshop und Lightroom, immer mehr auch Premiere Pro und After Effects. Wer diese Programme nutzt weiß, dass man hier niemals zu viel Platz haben kann um mehr Werkzeuge, größere Bildausschnitte oder einfach mehr Miniaturen usw. unterzubringen. Genau so verhält es sich eigentlich auch in jeder anderen Adobe App. Premiere Pro hat eine unendlich lange Timeline, After Effects vereint die beiden Ansprüche von vielen Paletten/Werkzeugen und unendliche Timeline gleichzeitig in sich.

Premiere Pro CC Timeline auf dem 21:9 Display

Was mache ich damit NICHT?

Ich benutze den Rechner, an dem ich den Monitor betreibe weder als Fernseher noch als Mediastation (abgesehen von YouTube usw...), das bedeutet, dass ich daran keine weiteren Geräte anschließe außer den iMac (übrigens per Thunderbolt 2), auch die internen Speaker benutze ich nicht. Ich würde sagen, diese tun was Lautsprechen eben so tun. Sie versetzen Luft in Schwingung. Aber ob sie das besonders gut tun ... ich denke mal das hat aber auch keiner von einem monitor-internen Speaker erwartet.

Beide Einsatzmöglichkeiten wären meiner Meinung nach aber Problemlos möglich!

Auch benutze ich den Rechner, an dem ich diesen Monitor nutze nicht für Gaming. Aber das Display dafür einzusetzen dürfte eine ziemliche Freude sein ;) Dann würde sich aber die günstigere non-Thunderbold-Variante anbieten, da Thunderbolt auf Windows sowieso kein Thema ist und man hier mit Display Port besser und günstiger bedient ist.

Warum keine Curve?

Ja die Curve-Screens sind stylisch. Jeder der sagt, die sehen einfach top aus, hat in meinen Augen recht! Warum habe ich also einen OHNE Curve? Zum einen, ganz einfach: der Preis. Monitore mit Curve kosten mindestens rund 200€ Aufpreis zu einem vergleichbaren Geräte ohne Biegung.

Zum anderen - und das ist vielleicht sogar der wichtigere Grund - glaube ich, dass ein gebogener Bildschirm für meinen Anwendungsfall sogar von Nachteil wäre! Wieso? Weil ich im Thema Fotografie/Retusche und auch im Grafikdesign oft auf gerade Linien angewiesen bin. Durch die Curve könnten je nach Zoomstufe bzw. Position des Fotos/Videos/Grafik auf dem Monitor gerade Linien trotzdem optisch verzerrt aussehen. Auch das habe ich schon von mehreren Reviewern gehört, aber noch nicht selbst gesehen.

Vergleich 29" und 34"

An meinem PC, den ich eigentlich ausschließlich für das Gaming nutze, habe ich schon länger einen Ultrawide Screen. Dieser stammt sogar aus der gleichen Serie, wie der hier besprochene. Dabei handelt es sich um den LG 29UM68-P.AEU. Grundsätzlich kann ich auch dieses Gerät sehr empfehlen (ohne einen Kalibrierungstest oder irgendwas in diese Richtung gemacht zu haben). Das Bild ist top (DisplayPort), die 75hz sind Gaming-geeignet und für alles andere mehr als genug. Der Monitor unterstützt sogar AMD FreeSync.

Das einzige, was mir an dem Model nicht gefällt ist die "kleine" Auflösung. Während es mir bei dem Arbeitsplatz-iMac um möglichst viel Platz geht, den ich mit der 34"-Auflösung von 3440x1440 (iMac zum Vergleich: 2560x1440) erhalte, ist mir die die 29"-Auflösung (2560x1080 – sprich Full-HD, aber breiter) für Produktivität und Arbeit zu niedrig.

Mittlerweile würde ich sagen, dass mit aktueller Software und aktuellen Betriebssystemen 1080 Pixel in der Höhe nicht mehr ausreichen.

Vergleich der 29" und 34" Auflösung – 2560 x 1080 und 3440 x 1440

Wer das allerdings nicht so sieht, der ist mit der 29" Version dieser Monitore eventuell sehr gut beraten. Der Preis liegt bei knapp der Hälfte! Qualitätsmäßig kann ich keine wirklichen Nachteile feststellen. Einzig der Standfuß ist beim 29"-Gerät nicht höhenverstellbar, beim 34"-Display schon.

Ultrawide Support von Software/Spielen

In Sachen Software von Adobe (aber auch von anderen Herstellern) gibt es in Sachen 21:9 überhaupt keine Kompatibilitätsprobleme. Alles was man tun muss, ist sein Fenster so breit zu ziehen, wie man es haben möchte. Oder seine Fenster nebeneinander anzuordnen, so wie man es haben möchte. Solange man einen Rechner nutzt der zuerst mal die Richtigen Anschlüsse besitzt und mit einer Grafikkarte ausgestattet ist, die genug Leistung für die entsprechende Auflösung bereithält (was bei allen halbwegs neuen Karten aber problemlos der Fall sein dürfte) hat man hier keinerlei Probleme.

Etwas anders sieht es bei Spielen aus. Viele alte Titel unterstützen diese Auflösungen gar nicht, neuere Titel kommen mit Hilfe von Patches und Updates immer mehr in die Ultrawide-Schiene und werden kompatibel. Für viele Titel muss man allerdings noch selbst etwas herumwerkeln oder Tools wie "FlawlessWidescreen" nutzen.

FunFact: Warcraft 3 aus dem Jahr 2002 unterstützt ohne weiteres Patchen die Auflösung von 2560 x 1080 :P

Fazit

Letztendlich kann auch ich hier keinem die Entscheidung abnehmen und die endgültige, auf jeden Fall richtige Lösung nennen. Es bleibt einfach Geschmacksache, ob man einen Standart 16:9 Monitor oder einen 21:9 Widescreen möchte.

Es hängt auch viel davon ab, was man überhaupt an seinem Rechner macht. Für eine normale Bürotätigkeiten macht man mit einem Ultrawide meiner Meinung nach nichts falsch. Office Fenster neben einem Browser platzieren oder Emails im Blick behalten ist in 21:9 wirklich sehr angenehm.

Wer die maximale Anzahl an Pixeln braucht oder Videos in 4K editiert (oder in Zukunft vielleicht editieren möchte) der ist vielleicht mit einem entsprechenden 4K-Display besser beraten.

Ich persönlich habe mich für die QHD-Ultrawide Version entschieden, weil mir meinem Gefühl nach eher der horizontale Platz fehlt. Mit den 1440 Pixeln Höhe konnte ich mich bisher nicht beschweren – auch wenn ich zu mehr nicht nein sagen würde. Genau da muss man sich aber keine Sorgen machen. Auflösungen werden mit der Zeit immer höher und so wird es auch bald Displays mit "Ultrawide-4K"-Auflösung geben.

Für mich ist das 16:9 Format jedenfalls Vergangenheit, seitdem ich 21:9 benutze. Ich sehe keine Nachteile, einen Haufen Vorteile und viel viel Platz auf meinen Display!

Das waren meine Gedanken zu Ultrawide-Screens und was das gute Stück, das ich mir gekauft habe im speziellen so kann, werde ich in den kommenden Tagen in einem extra Blog-Post schrieben!

Cheers,
Frank