Mein Backup Workflow – so sichere und verwalte ich meine Daten.

Jeder der Daten hat, die er nicht verlieren soll oder darf (also jeder Mensch auf der Erde), dem wird das Wort Backup ein begriff sein. Falls nicht wird es jetzt höchste Zeit! Heute möchte ich mal zeigen, wie ich meine Daten lagere und sichere.

Mittlerweile haben sich da größere Datenmengen angesammelt, was Fotos und Photoshop-Dateien angeht und mit meinem Vorhaben, immer mehr ins Film-Making einzusteigen wird die Tendenz wohl eher steigend sein. Da hier viele Daten dabei sind, die bares Geld wert sind, möchte ich die natürlich nicht bei irgendeinem Festplatten-Zwischenfall verlieren.

Grundregel: Daten die man behalten will sollte man in 3 Kopien haben!

Wer sich schon mal damit beschäftigt hat, wie man perfekte Datensicherheit bekommt, der wird schon Nahe an den Rand der Verzweiflung herangekommen sein. Wenn dann noch Privatsphäre dazu kommt, wirds schnell unmöglich.

Ich für meinen Teil hab das ganze momentan so gelöst:

backup-workflow.jpg

Meine Externe Festplatte (RAID1, oben), die alle Sicherungen enthält und auch als Datenlager fungiert, ist ein selbst gebautes RAID1-System, das ich vor etwa 3 Jahren zusammengestellt habe. Sie besteht aus einem RAID-Gehäuse mit Platz für genau zwei Festplatten. Diese sind immer die Spiegelung der jeweils anderen. Das ganze nennt sich dann RAID1. Das hat den Vorteil, dass wenn eine der beiden Platten fehlerhaft wird und kaputt geht, kann man diese einfach austauschen und hat – sofern die anderen noch komplett intakt ist – keinerlei Daten verloren.

Das ist wichtig, weil es bei Festplatten nicht die Frage ist OB sie kaputt gehen, sondern WANN. Wenn keinerlei Fehler bei der Produktion der Platte eingeflossen sind, die Platte schonend eingesetzt wird und vorsichtig mit ihr umgegangen wird – also sie nicht herunterfällt, Stöße abbekommt usw. – dann kann so eine Festplatte durchaus viele Jahre halten, aber wahrscheinlicher ist es, dass sie nach 2-5 Jahren erste Fehler beim schreiben macht oder komplett den Geist aufgibt. Erst letzte Woche sind mir unvermittelt ZWEI Festplatten an einem Tag gestorben. Eine wenig benutze, die ich eigentlich nur auf Reisen als Zweitsicherung dabei habe (ja auch auf Reisen sichere ich alles merhfach. #Vorbild :P) und eine, die die Hauptplatte von meinem Gaming-Rechner war. Etwas ärgerlicher, aber dank Backups auch kein Weltuntergang.

Aber nicht nur Festplatten können kaputt gehen, sondern auch der RAID-Controller (sprich das Gehäuse) selbst. Und wenn das passiert, dann hat man oft schlechte Karten, wenn man auf seine Festplatten nochmal zugreifen will. Die Daten sind zwar da, aber ohne den Controller, der sozusagen die Aufteilung kennt, wo welcher Teil von welcher Datei liegt, sind sie nicht benutzbar. Wenn man Glück hat, schafft man es indem man das gleiche Gerät nochmal kauft, die Festplatten dort einbaut und den RAID wieder ans Netz nimmt, aber manchmal klappt auch das nicht.

Und eine dritte Gefahr gibt es noch, die unseren wertvollen Daten an den Kragen wollen. Beide Festplatten und das Gehäuse befinden sich am gleichen Ort, da sie ja zu einem Gerät zusammengebaut wurden. RAIDs können uns aber leider nicht davor schützen, dass es zum Beispiel im Raum, in dem der RAID steht, brennt oder der Blitz bei einem Gewitter einschlägt und das Gerät einen Stromschlag abbekommt und unbrauchbar wird und so weiter.

Deswegen erstelle ich von dieser RAID-Platte (die beim Computer als eine Festplatte erkannt wird, so als ob man eine ganz normale Festplatte oder USB Stick benutzt) nochmal manuell und regelmäßig eine Kopie. Dazu habe ich eine Dockingstation für Festplatten und eine normale interne HDD-Festplatte gekauft, die ich so wie in einen Kartenleser hineinstecke, die Daten draufkopiere und wieder abstecke (eine normale externe Festplatte würde es aber genauso tun). Diese Kopie lagere ich dann an einem anderen Ort, sprich einem anderen Zimmer. Dafür nutze ich übrigens die WD Blue 3 TB.

Und jetzt wirds datenparanoid.

WENN allerdings der Tag kommt, an dem alle Sicherheitsmaßnahmen versagen und mein Computer, mein RAID und mein RAID-Backup den Löffel abgeben, werde ich zufrieden lächeln! Von dieser manuell erstellten Kopie meines RAIDs, erstelle ich eine weitere Kopie. Und diese lagert man an einem Ort nicht im gleichen Haus. Haus der Eltern, bei der Freundin/dem Freund, vergraben im Wald. Whatever.

Neuzugang: Thunderbolt RAID

Vor kurzem habe ich das Setup um einen weiteren RAID (unten, auf der Grafik) erweitert. Im Prinzip ist das genau das gleiche, wie oben beschrieben, nur dass ich den nicht selbst zusammengebaut, sondern fertig und einsatzbereit gekauft habe. Es handelt sich dabei um den 2x3 TB Thunderbolt My Book von Western Digital

Wichtig in der Beschreibung ist hier das Wort Thunderbolt. Mit der schnellen Anbindung kann ich diese Festplatte als Arbeitslaufwerk nutzen und mit Daten, die sich darauf befinden, direkt arbeiten. Das ganze war nötig, da ich meine komplette Lightroom Bibliothek inkl. der tatsächlichen Fotos auf der internen Festplatte meines iMac gespeichert hatte. Allein der Foto Ordner hat mittlerweile alleine eine Größe von über 900 TB. Die Jahre 2010 – 2013 schon nicht mehr inbegriffen.

Das heißt ich habe hier eine externe Festplatte, die sich selbst absichert (RAID1), mit der ich aber durch die extrem schnelle Thunderbolt-Anbindung arbeiten kann als wäre es eine interne Festplatte.

Diese wird genau so gesichert, wie der oben beschriebene RAID. Externe Festplatte und Kopie der externen Festplatte.

Dropbox / OneDrive / Google Drive usw.

Dann gibts noch eine weitere Option, die viele Freunde, aber genau so viele Feine hat. Die Cloud. Ich selbst benutze Dropbox und das zu 99% was Cloud-Speicher angeht. Dort drin speichere ich aber NICHTS, was irgendwie empfindliche Daten oder geheime Informationen wären. 

Auch wenn die Cloud-Speicher-Anbieter einem die Sicherheit ihrer Produkte anpreisen, am Ende weiß man nie, wo die Daten mal landen oder wer sie irgendwie mal sehen kann. Grundsätzlich gilt für mich: wenn etwas absolut niemand jemals sehen soll – und solche Daten gibt es, zum Beispiel steuerliche oder private Dokumente – dann hat es im Internet nichts zu suchen. Möchte man diese doch in der Cloud sichern (denn dort würden sie mit Sicherheit nie verloren gehen – es hat also auch Vorteile), dann sollte man diese vorher immer SELBST und MANUELL verschlüsseln. Tools wie TrueCrypt oder ähnliche können einem dort weiterhelfen, aber das ist nicht Thema des Artikels hier.

Dropbox nutze ich im Wesentlichen dazu, Daten auf allen Geräten verfügbar zu haben. Ich führe zum Beispiel einen Ordner, in dem ich alle möglichen Bilder zur Inspiration sammle und sortiere. Ein weiteren häufiger Verwendungszweck ist es, Fotos zur Auswahl oder finalen Auslieferung zu meinem Kunden zu bekommen. Oft lade ich Miniaturen von den unbearbeiteten Fotos in einem Dropbox-Ordner, die Kunden können sich die besten Fotos heraussuchen und diese werden dann bearbeitet. Die fertigen Fotos liefere ich dann entweder auch über die Dropbox oder Dienste wie Wetransfer.com

OneDrive benutze ich auch, allerdings nicht wirklich viel. Das ist mein Cloud-Speicher der exklusiv als mein Unterwegs-Foto-Backup fungiert. Wenn ich im Ausland unterwegs bin importiere ich meine Speicherkarte auf mein Macbook, sichere die Fotos zusätzlich aber nochmals auf externe Festplatten (hier nutze ich die Western Digital Elements 750 GB und Western Digital 1TB Elements) und ein drittes mal in die Cloud. Einfach für den schlimmsten Fall. Festplatte und Rechner geht kaputt, Koffer wird geklaut oder oder oder... OneDrive benutze ich deswegen, weil ich noch einen alten Account habe, der mit kostenlosen 15 GB kommt. Reicht meistens nicht aus, aber dann findet man andere Lösungen, wie zum Beispiel das oben genannte Wetransfer.com oder andere Dienste, mit denen man große Daten übertragen kann. Dort kann man sich einfach die Datei sozusagen selbst per Mail senden, diese bleiben dann einen bestimmten Zeitraum lang verfügbar – meistens eine Woche lang.

Übrigens: Wenn du noch keinen Dropbox Account hast, aber dir einen zulegen möchtest, dann benutze doch meinen LINK hier. Damit erhältst du kostenlos 500 MB zusätlichen Speicher und ich bekomme das gleiche auf meinen Account gutgeschrieben. So haben wir beide was davon. Natürlich trotzdem absolut kostenlos!

Aber ich schweife ab... :D

Das war eigentlich der Backup-Workflow, wie ich ihn nutze. Externe Festplatten, die sich selbst absichern und von zweimal von mir regelmäßig per Hand kopiert und gesichert werden. Die Cloud für bestimmte, unempfindliche Daten.

Ich hoffe das war hilfreich und interessant! Was benutzt ihr? Wie haltet ihr eure Daten sicher und geschützt? Lassts mich gerne in den Kommentaren wissen!

Cheers,
Frank

 

Hinweis: Die Links zu den Festplatten, die ich benutze, sind Amazon-Affiliate-Links. Dadurch wird das Produkt für euch jedoch NICHT teuerer!