Besser aussehen auf Fotos – 7 Tipps für VOR der Kamera

Im heutigen Blog möchte ich mal ein paar Tipps geben, wie man die Kamera zu seinem besten Freund werden lässt, wenn man VOR ihr steht. Das wird sowohl Menschen nützen, die ein Photoshoot vor sich haben, als auch den Fotografen unter euch, die manchmal nicht genau wissen, wie sie jemanden posen sollen, der sich vor der Kamera noch nicht so ganz wohl fühlt.

Die meisten Menschen fühlen sich nämlich genau dann, wenn sie vor der Kamera stehen etwas komisch, auch wenn sie normalerweise eine super Ausstrahlung haben und selbstsicher auftreten. Sobald man eine Kamera und ein paar große Softboxen auf sie richtet "verknoten" sie sich. Als Fotograf ist es dann ein großer Teil des Jobs, diesen Knoten wieder zu entwirren.

Aber nicht immer wenn Fotos gemacht werden ist auch professionell knotenentwirrender Fotograf anwesend, deswegen sind die folgenden Tipp auch für DICH als nicht-Fotograf nützlich. So kannst du auf den nächsten Partyfotos, Familienfeier-Bilder und allem ähnlichen wirken, als würdest du ständig über rote Teppiche laufen!

1. 📸  Der Winkel machts

Es ist nicht nur so, dass man mit dem richtigen Winkel zur Kamera breiter und massiver aussieht als man in Wirklichkeit ist – viel wichtiger: wenn man NICHT DEN RICHTIGEN hat passiert das gleiche.

Stellst du dich einfach frontal vor die Kamera sieht das meistens nicht nur langweilig aus, sondern macht dich auch breiter, als du wirklich bist. Das KANN gewollt sein, zum Beispiel bei Sportlern, ist es bei den meisten Portraits aber nicht. In der Regel möchten gerade Frauen auf Fotos eher nicht zu breit wirken :P

Noch ein kleiner Tipp, was Winkel angeht: für einen "normalen" Blick auf eine Person sollte die Kamera immer auf der Höhe der Motiv-Mitte sein. Für ein Headshot-Portrait wäre das etwa auf Ohrenhöhe, für eine Ganzkörperaufnahme ca. auf Höhe des Bauchnabels.

Fotografiert man von oben, wirkt die Person (oder auch der Gegenstand) kleiner, von unten fotografiert sieht die Person größer aus. Das KANN gewollt sein, ist es aber nicht immer. Man sollte es eben im Hinterkopf haben.

2. 📸  Abstand zur Kamera

 Füße groß, Köpfe klein ;)

Füße groß, Köpfe klein ;)

Grundsätzlich sieht alles, was nah an der Kamera ist, größer aus als das, was weiter weg von der Kamera ist. Stehst du also seitlich zur Kamera erscheint deine Schulter erst mal größer als normal (relativ zum Kopf zum Beispiel). Das kann man sich zu nutze machen – oder vermeiden um nicht überdimensional große Hände, Schultern, Beine, usw. zu erzeugen.

Gerade bei sitzenden Posen oft die Beine sehr viel näher an der Kamera als der Kopf, dadurch wirken diese dann viel zu groß im Vergleich zum Oberkörper oder dem Kopf.

3. 👥  Kopf nach vorne, Kinn runter

Diese Anweisung gebe ich 100% der Leute, die ich fotografiere. Den Kopf nach vorne schieben – falls das komisch klingt: die Nase in Richtung Kamera schieben – und dann das Kinn etwas nach unten. Damit vermeidet man nicht nur ein Doppelkinn, sondern betont auch das Kinn. Dadurch wird die Kontur des Kopfes vom Hals deutlicher abgehoben. Es fühlt sich komisch an und man denkt sich normalerweise, dass das jetzt komisch aussehen muss – aber genau wenn das der Fall ist, macht man es wahrscheinlich richtig!

4. 👥  "If it bends, bend it"

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Ziemlich selbsterklärend eigentlich: wenn du es biegen/anwinkeln kannst, dann tu das auch. Gemeint sind zum Beispiel die Arme. Leicht angewinkelt sehen diese besser auf dem Foto aus, als wenn du sie einfach gelangweilt und schlaff an den Seiten rumhängen lässt. Das gleiche gilt etwa für sitzende Ganzkörperaufnahmen für die Beine. Zumindest ein Bein anzuwinkeln bringt etwas Dynamik in die Pose ohne dass es gleich theatralisch aussieht. Und macht auch die Oberschenkel etwas kleiner :P

5. 👥  Verdreh dich

Meistens fange ich ein Shoot damit an, die Person bzw. das Model gerade und frontal vor die Kamera zu stellen. Dann bitte ich sie (meistens wirkt dieser Trick/Look am besten bei weiblichen Models, da sich eine Kurve ergibt) sich (bzw. die Hüfte) etwas auf die Seite zu drehen und die Schultern wieder zurück zu drehen. Das heißt die Hüfte dreht sich in eine Richtung, die Schultern entgegengesetzt. Dadurch bekommt man Kurven und eine natürliche Form in den Körper (wie gesagt meistens am besten für weibliche Modelle geeignet).

Ein weiterer Verdreh-Tipp hat mich Licht zu tun. Genau genommen baut er auf dem ersten Absatz auf. In der Fotografie gehts um Licht, man möchte aber auch an den richtigen Stellen Schatten erzeugen. Oft erreicht man eine gute Wirkung indem man den Körper weg vom Licht dreht, und das Gesicht (inkl. Schultern) wieder in Richtung Licht.

 

6. 👥  Halte einen Stock

Der Tipp klingt erst mal komisch, aber man kann es auch mit anderen Dingen tun. Es muss kein Stock sein. Was eignet sich noch alles zum halten: Balken, Golfschläger, sehr lange Sandwiches, alles was man mit beiden Händen halten muss. All diese Dinge müsst ihr noch nicht mal wirklich halten, sondern nur so tun!

Noch nicht klar was das soll?

Ich glaube im Original habe ich es von Peter Hurley gesehen. Er sagt zu seinen Klienten, sie sollen ein imaginäres "11 foot long sandwich" halten. Natürlich wird das auf dem Bild nicht sichtbar sein – der Tipp bezieht sich auf Portraits/Headshots. Eben solche, wo die Arme und nur bis unter die Schultern zu sehen sind. 

Hält man die Arme dann so, dass die Ellbogen die Seite/Taille berühren und die Hände so, als würde man irgendetwas langes halten wirken die Arme an den Schultern (der Teil, der auf dem Foto eben dann zu sehen ist) schmaler. So wird man fürs Foto kurz ein paar Pfund los ;)

7. 👥  "The Squinsh"

Wo wir gerade bei Peter Hurley waren: the Squinsh. Eine Kombination aus "to squint", also die Augen blinzeln und "to pinch" kneifen. Dabei soll man nicht wirklich die Augen komplett zukneifen, sondern nur das untere Augenlied leicht schließen – das braucht etwas Übung, zugegeben :P

Der Sinn des ganzen ist, dass die Augen auf dem Foto nicht aufgerissen aussehen, da das als Zeichen von Angst und Unsicherheit aufgenommen wird. Beides will man auf seinen Fotos eigentlich vermeiden!

Am besten erklärt Peter das mal selbst:

Besser hätte ichs selbst nicht erklären können ;)

Ich hoffe das war interessant und es waren nützliche Tipps für euch! Welcher hat euch am besten gefallen?

Das wars dann auch von mir für diesen Blog-Post,

Cheers,
Frank