Faroe Islands – einsam in Atlantik

Leute,

wie ihr wisst, gings für mich vor ein paar Wochen auf die Färöer Inseln. Eine Inselgruppe die von nur knapp unter 50.000 Menschen, zusammen mit etwa 80.000 Schafen, bewohnt wird. Die erste Frage, die ich immer bekommen habe, wenn ich erzählt habe wo die nächste Reise hingeht: "Wo isn das? 😧" 

Hier is das:

 

Wer weit genug raus zoomt wird bemerken, dass die Inselgruppe zwischen Schottland, Islands und Norwegen liegt und nicht gerade riesig ist. Politisch gehören die Färöer zum Königreich Dänemark und über Dänemark erreicht man sie auch von Deutschland aus am herkömmlichsten. Daher gings zuerst nach Kopenhagen – aber nur für eine Nacht und von dort aus weiter nach Vágar, derjenigen von den 18 Inseln, auf denen damals genug flaches Terrain zu finden war, um darauf einen Flughafen zu bauen.

So sah unser Trip aus

 Trip auf der Färöer Inseln getracked mit der App "PolarSteps"

Trip auf der Färöer Inseln getracked mit der App "PolarSteps"

Wie ihr seht hat es uns hauptsächlich in den nördlichen und zentralen Teil der Inselgruppe verschlagen und leider haben die 9 Tage auch nicht ausgereicht um alle 18 Inseln zu besuchen und zu erkunden, deswegen mussten wir uns auf die beschränken, die mit dem Auto zu erreichen sind (man möchte ja einen Grund haben wiederzukommen).

Für genauere Einblicke was die Reise selbst und deren Planung angeht möchte ich euch herzlich unseren Travel-Blog PICS OR DIDNT TRAVEL ans Herz legen. Dort übernehme ich die fotografischen Parts und alles was Reiseplanung und -berichte angeht fällt an meine Freundin, die auf fast allen meiner Reisen dabei ist.

Was habe ich auf den Inseln getrieben?

Naja hauptsächlich gings für mich natürlich um die Fotografie. Genauer gesagt Landschaftsfotografie. Darum gehts bei meinen Reisen so gut wie immer und nach der Attraktivität (zumindest der in meinen Augen) der Landschaft werden auch meistens die Ziele ausgesucht. Wie ihr aber vielleicht an meinem Blog "Faroe Islands – Whats in my Bag?" sehen konntet: diesmal stand auch das filmen im Vordergrund. Wir hatten die Drohne im Gepäck, wir hatten ein Smartphone Gimbal im Gepäck und wir hatten 4 Kameras dabei, um immer eine zum filmen frei zu haben.

Da ist natürlich einiges an Material zusammengekommen. Material, das ich bisher zu einer 6-teiligen VLOG Serie verbaut habe und mit euch auf Facebook und YouTube geteilt hatte. Wer es noch nicht kennt – bitte sehr:

Außerdem war ich natürlich wo ich nur konnte am Landschaftsfotos erstellen. Während ich die Reise durch Schottland letztes Jahr noch ganz ins Zeichen der Langzeitbelichtung gestellt habe, ist dieses Mal der ND-Filter nur ein paar wenige Male zu einsatz gekommen. Ich fand es passender, die raue Natur der Inseln mit hartem Wasser, scharfen Wolken und allem was dazu gehört einzufangen. Ein paar mal habe ich den BigStopper dann aber trotzdem benutzt.

Hier die Bilder (oder in größer hier)

Was bekommt man also auf den Färöer Inseln zu sehen?

Nachdem ich zurück war habe ich oft die Frage bekommen "Und wo wars besser? Islands oder da [Faroes]?" Die Frage ist halbwegs logisch: auf Fotos sieht es landschaftlich sehr ähnlich aus, wie auf Island. Den Eindruck hat man sogar selbst, wenn man dort landet und einen Blick aus dem Flughafen wirft. Aber nach einiger Zeit merkt man, dass es doch komplett anders ist.

Landschaft

Um beim Island-Vergleich zu bleiben: wenn Island das Land der Wasserfälle ist, dann sind die Färöer Inseln definitiv das Land der Klippen und Fjorde. Kein Ort auf den Inseln ist mehr als 6 km vom Meer entfernt – was nicht heißt, dass überall Strände sind. Meistens sind es nämlich mehr oder weniger hohe Steilklippen direkt am Meer.

 Gjógv, Eysturoy, Faroe Islands

Gjógv, Eysturoy, Faroe Islands

Wetter

Auf jeder Reise in den Norden haben wir Tipps bekommen mit "Zwiebel-Look, denn das Wetter ist so wechselhaft" (Irland, Island), "Oh da braucht ihr aber ne gute Regenjacke" (Schottland – wir hatten einen halben Tag Regen dort im übrigens ;) ) oder "Oh je ists da nicht sau kalt???"

Nachdem man erklärt hat, dass man (noch 😋) nicht in die Arktis reist, sondern einfach nur Richtung Norden kann man das mit dem "sau kalt" schon mal als nicht so tragisch abtun. Bleiben aber die Prophezeiungen von wechselhaften und verregnetem Wetter – mit diesen haben wir schon auf unserer Islandreise und auch in Irland und Schottland gerechnet, wurden aber bis auf etwas Scheefall im Mai (Island) immer verschont.

Bleibt auf den Inseln noch der Wind. "Da is doch immer so windig?!" Ja. Auf Inseln weht Wind. An der Küste mehr als im Innland. Wir kennen das – dachten wir zumindest. Ladies, Gentlemen – ihr wisst nicht, was Wind ist, wenn ihr nicht auf den Färöer Inseln wart! Ihr habt nie Wind erlebt (vergleiche VLOG #1)!

Sehenswürdigkeiten

Die Färöer Inseln sind nicht so übersät mit Sehenswürdigkeiten, wie man es vielleicht aus Island kennt, wo alle paar Kilometer ein berühmter Gletscher, Wasserfall, Stein, Flugzeugwrack oder sonst was liegt. Es gibt ein paar Attraktionen, es gibt einige berühmte Stellen und Orte, die (gerade unter Fotografen) bekannt und begehrt sind aber das Land lädt meiner Meinung nach eher zum erkunden ein.

Es gibt viele Wanderwege, viele von denen waren die normalen Pfade der Einwohner, bevor die Straßen gebaut wurden. Manche sind besonders schön für tolle Aussichten. Aber fast alle sind relativ anspruchsvoll. Um manche Wanderungen kommt man aber auch nicht herum, da es nicht viele Straßen gibt (wir waren komplett ohne Navi unterwegs). Nicht falsch verstehen: man kommt auf den Inseln gut von A nach B, aber wenn man an spektakuläre Naturschauspiele heran möchte, muss man zu Fuß los. Mit einer Ausnahme: Gjógv (Bild oben) um diese relativ bekannte und fotogene Schlucht haben sie direkt ein Dorf gebaut 😅 Dafür bekommt man aber auch oft die Chance etwas zu entdecken, was noch nicht oft fotografiert wurde und findet dadurch vielleicht sogar ein Foto, das so noch nie gemacht wurde.

Eine Reise wert?

In aller Kürze: auf jeden Fall. 

Ich für meinen Teil mag weniger besuchte Reiseziele. Zum einen strahlen die eine gewisse Ruhe aus, zum anderen möchte ich mich nicht um meine Foto-Spots schlagen müssen. Das bekommt man auf der Färöer Inseln auf jeden Fall! Ich glaube auf noch keiner Reise bin ich so wenigen Menschen begegnet (mit Ausnahme der Hauptstadt, aber selbst da waren es nicht viele).

Für meine Fotos möchte ich immer Szenen, die unberührt aussehen. Am liebsten habe ich nichts im Bild, das von Menschen gemacht wurde. Keine Brücken, keine Häuser, keine Straßen. Check ✅ Und auch die Landschaft ist genau so wie ich sie mag: steinige Klippen, wenig Bäume, das Meer und den Horizont (der übrigens gerade sein sollte – auch auf eueren Bildern!).

Von meiner Seite aus also alle Daumen hoch und eine Eins mit fünf Sternen! 

Das wars von mir heute und wenn euch die Färöer Inseln noch mehr interessieren schaut bei PICS OR DIDNT TRAVEL vorbei. Ich hoffe das war interessant und bis zum nächsten Blog.

Cheers,
Frank