Neues Artwork "SHELL" und Zen-Weisheiten eines Photoshoppers

Im heutigen Blog möchte ich euch mein neues Artwork vorstellen!

Das Ausgangsfoto habe ich mit Sarah aufgenommen und die Inspiration/Idee für das Shooting war ein Fan-Art vom Film "Ghost in a Shell", der vor einigen Wochen in die Kinos kam – und ein bisschen TRON ist auch dabei ;) Aber schaut selbst:

Zur Story dahinter möchte ich gar nicht viele Worte verlieren. Lieber ist es mir, ihr lasst das Bild einfach auf euch wirken und malt euch euere eigene Story dazu aus. Wozu ich euch allerdings etwas erzählen kann und möchte ist die nicht ganz hürdenlose Entstehung des Artworks.

Aber zuerst: was habe ich für das Bild alles benutzt?

Einmal war da das Ursprungs-Foto. Das habe ich selbst in meinem Studio zusammen mit Sarah aufgenommen und es wartete schon ein paar Wochen darauf, endlich bearbeitet zu werden. Weiter braucht man für diese Art von Bild natürlich verschiedene sogenannte "Assets", was einfach nur ein fancy Begriff zu - ich würde sagen - "Zusatzmaterial" ist.

Davon habe ich verschiedenste benutzt. Einige habe ich selbst schon vor längerer Zeit fotografiert und auf Lager gelegt, falls ich sie mal brauchen kann (wie sich herausstellt war das keine schlechte Idee ;) ). So zum Beispiel eine Aluminium Textur.

Andere Elemente wie etwa die Lichteffekte sind entweder durch Brushes (entweder Effekt-Pinsel oder tatsächlich durch Pinselstriche und Photoshop-Filter) erstellt worden oder Bilder aus freien Datenbanken (sozusagen kostenlose Stockfotos) entnommen. Bei den letzteren ist die Auswahl allerdings relativ begrenzt. Trotzdem findet man immer wieder nützliche Dinge dort. Ich benutzt meistens pixabay oder unsplash

Die weitaus wichtigsten Elemente habe ich diesmal allerdings aus der Datenbank von Adobe Stock gezogen. Darunter zum Beispiel einige der Glitches (die Lichteffekte, die aussehen als wären sie von einer kaputten VHS Kassette gekommen, zum Beispiel die in Sarahs Gesicht).

Story Time – Weisheiten eines Photoshoppers

So warum war die Entstehung des Artworks jetzt nicht "hürdenlos". Dazu eine kleine Geschichte, die unterstreicht, was ich schon oft gesagt und geschrieben habe. Achtung:

Ich habe mich am Abend hingesetzt, um das Foto zu bearbeiten, das ich schon lange auf der Warteliste habe. Auch ein "Zielfoto" habe ich schon viele Wochen auf dem Desktop. Zielfoto soll nicht bedeuten, dass ich genau dieses Bild nachstellen will, es gibt nur die Richtung vor – es soll sogar auf keinen Fall genau so werden!

Ich fange also an zu bearbeiten und nach ca. einer Stunde, sogar etwas länger, fällt mir auf, dass mir das, was ich die letzte Stunde lang gemacht habe überhaupt nicht gefällt. Sowas ist erst mal etwas bitter :P Aber nachdem es überwunden war, hab ich einfach von vorn angefangen. Nach einiger Zeit hatte ich ein anderes Bild, aber trotzdem das selbe Ergebnis: ich finds s!!?"$"$

Wenn ihr nicht weiter kommt – geht erst mal nicht weiter!

An diesem Punkt ist es dann schon deutlich frustrierender. An diesem Punkt würde ich auch jedem Empfehlen, erst mal aufzuhören. Vom Bildschirm wegzugehen. Ins Bett zu gehen (wenns schon spät ist) und es einfach nach einiger Zeit oder am nächsten Tag nochmal weiter zu probieren. Es wirkt Wunder! Und das nicht nur bei fertigen Fotos, die man nochmal mit "frischen Augen" betrachten will, sondern auch bei Situationen, in denen man nicht zu dem Ergebnis kommt, das man eigentlich wollte oder mit dem man zufrieden sein kann.

Genau so habe ich es auch gemacht und hab es für diesen Tag einfach gut sein lassen. Am nächsten Tag habe ich mich wieder an das Foto gesetzt und es ist das fertige Artwork daraus entstanden. So mache ich es übrigens bei fast jedem Foto. Auch bei denen ich mir denke, dass es gut so ist und die ich eigentlich für fertig halte. Ich lasse immer noch einige Zeit (meistens eine Nacht) vergehen und schaue sie mir nochmal an. Dann kann ich viel neutraler bewerten, was ich da am Vortag gemacht habe und ob es das Bild besser gemacht habt. 

 

PHOTOSHOP EBENEN

Einiges an Ebenen, die sich über die Zeit der Retusche in Photoshop angesammelt haben!

Als ich mir dann alles habe anzeigen lassen konnte ich alles sehen, auch das was außerhalb des eignetlichen Arbeitsbereichs lag und dachte mir: das sieht auch so ganz gut aus! Natürlich ohne das Model, denn das wäre ohne Beine etwas deplatziert gewesen. 

Der Hintergrund des eigentlichen Artworks ist nur ein kleiner Ausschnitt von diesem Bild, das eigentlich völlig nebenbei entstanden ist. Und trotzdem könnte es komplett für sich allein stehen! Eignet sich übrigens optimal als Smartphone-Wallpaper ;)

Die Moral von der Story?

Angelehnt an eine Weisheit des Zen-Buddhismus: "Stop searching, and you shall find". Wenns manchmal nicht läuft, versuchs wann anders nochmal und es wird extrem gut werden!  ;)

So viel heute von mir. Ich hoffe das war interessant. Sagt mir gern was ihr von den Gedanken, die ich hier aufgeschrieben habe, für Meinungen habt. Und wie gefällt euch das Artwork selbst? Ich freue mich auf Kommentare!

Cheers,
Frank