Preset Workflows mit Lightroom und Photoshop

Update: Mit dem großen Photoshop-Update ist alles noch leichter geworden! Nun kann man seine kompletten Lightroom-Presets einfach in CameraRAW anwenden. Bedeutet, jedes Preset, das du in Lightroom installierst/installiert hast oder erstellst ist gleichzeitig auch in CR verfügbar. Danke Adobe!


Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, bin ich zur Zeit „all about the Preset“ :D Allerdings funktionieren die Dinger nur in Lightroom (jedenfalls die, die man momentan überall bekommt). Warum ich diese Presets (neuerdings) sehr sehr gerne nutze konntet ihr ja schon in einem meiner älteren Blogs lesen. Wie ich sie auch in Photoshop – oder in Verbindung mit Photoshop – nutze, das erzähle ich euch heute in diesem Blog.

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Solche Presets sind rein für den Look eines Fotos verantwortlich, wirklich retuschieren – im Sinne von Korrekturen durchführen, kann man damit nicht. Dazu muss man jedes Bild individuell bearbeiten und meistens mit lokalen Anpassungen (Pinsel und Korrekturpinsel oder das Verlaufswerkzeug zum Beispiel) arbeiten.

Wenn es nicht wirklich – WIRKLICH – simple Korrekturen sind, dann mache ich das ganze fast immer lieber in Photoshop als in Lightroom. Kleine Makel wie Dreck auf der Linse oder einfache Klon-Arbeiten mache ich in Lightroom, aber sobald es halbwegs anspruchsvoll wird, landet das Bild in Photoshop. Fast jedes Bild, dass ich veröffentliche oder herausgebe geht also durch Photoshop.

Zuerst Korrigieren, dann stylen

Da ich gerne erst an einem „cleanen“ Foto arbeite, wende ich das Preset ungerne in Lightroom an BEVOR ich das Bild in Photoshop öffne. Zuerst entferne ich Fehler (Farbstiche, Hautunreinheiten, störende Objekte), dann füge ich ggf. Composing-Elemente ein (Texturen, Objekte, störende Elemente :P) und zum Abschluss erst bekommt das Bild seinen „Look“, also eine Farbstimmung usw. Der Schritt, für den ein Preset zuständig ist, kommt also erst ganz zum Schluss in meinem Workflow meiner Bildbearbeitung.

Wie bekomme ich das also unter einen Hut? Es gibt dazu zwei Möglichkeiten, die ich gerne benutze.

 

Möglichkeit 1: Korrigieren in Photoshop, Look in Lightroom

Klingt relativ einfach und ist es auch, wenn man Lightroom fest in seinen Workflow eingebaut hat und die beiden Programme so nutzt, wie Adobe es vorgesehen hat. Also wenn Lightroom dein primären Fotokatalog ist und für die komplette Verwaltung deiner Bilder zuständig ist, dann spricht nichts gegen diese Methode.

Man öffnet ein Bild aus Lightroom heraus in Photoshop über „Rechtsklick → Bearbeiten in → Adobe Photoshop CC / In Photoshop als Smart Objekt öffnen“ und speichert dieses dann auch einfach mit CMD/STRG+S, so dass es automatisch im Lightroom Katalog abgelegt wird. Ist es dort einmal angekommen, kann man auf die PSD-Datei genauso sein Preset anwenden, wie auf jede RAW oder JPG Datei, die man in seinen LR-Katalog importiert.

Nachteil bei der Sache ist, dass der Look nicht fest in der Datei vorhanden ist, sondern nur Lightroom den Look „kennt“ bedeutet, solltet ihr die Datei öffnen, aber euer Katalog nicht verfügbar sein oder jemand anderes möchte mit der Datei arbeiten, wird sie wahrscheinlich nicht so aussehen, wie erwartet. Das Preset muss also auf jeden Fall per Lightroom auf das Foto angewendet werden.

+ sehr schnell
+ unkompliziert
- Look nur in Lightroom gespeichert

 

Möglichkeit 2: Preset in Photoshop verfügbar machen

Da Lightroom die gleichen Einstellungen und Module benutzt, die euch auch CameraRAW innerhalb von Photoshop zur Verfügung stellt – die beiden sozusagen „kompatibel“ sind – könnt ihr mit einem kleinen Umweg ein Lightroom Preset quasi eins zu eins in ein CameraRAW-Preset verwandeln.

Lightroom-Preset zu CameraRAW-Preset machen

Dazu muss man das Preset in Lightroom einmal auf ein Foto anwenden und dieses dann in Photoshop öffnen. Ganz wichtig dabei: man muss die Option „In Photoshop als Smart Objekt öffnen“ benutzen. So wird ein Photoshop-Dokument erstellt und das Bild darin sozusagen platziert. Auf die Weise kann man durch einen Doppelklick auf die entsprechende Ebene das Foto in CameraRAW öffnen – und es hat alle Einstellungen, die das Preset in Lightroom vorgenommen hat, auf sich angewendet. Diese könnt ihr jetzt ohne noch etwas zu verändern als Lightroom-Vorgabe speichern. Die wird sich Lightroom in einem eigenen Reiter merken, gleichzeitig aber auch als Datei speichern.

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CameraRAW-Preset auf das fertig retuschierte Bild anwenden

scn.gif

Um diese jetzt auf euer fertig retuschiertes Bild anzuwenden, gehe ich immer wie so vor: mit CMD+ALT+SHIFT+E fasse ich das komplette Photoshop-Dokument auf eine neue Ebene zusammen (die Ebenen bleiben dabei erhalten!). Diese konvertiere ich dann zu einem Smart Objekt („Für Smart Filter konvertieren“ oder „In Smart Objekt umwandeln“) und dann auf „Filter → Camera RAW Filter“.

Dabei öffnet sich CameraRAW und ihr könnt alle Regler und Einstellungen auf die aktuelle Photoshop-Ebene (welche durch das „CMD+ALT+SHIFT+E„-Zeug euer ganzes Bild enthält) anwenden. Statt jetzt alles selbst einzustellen, sucht man einfach das wie vorhin erklärt gespeicherte Preset aus und wendet es an. Nur noch auf OK klicken und fertig. Dadruch, dass die Ebene zu einem Smart Objekt konvertiert wurde, kann man nachträglich immer wieder Einstellungen anpassen.

+ Look ist direkt in der PSD gespeichert
- man muss jedes Preset erst einmal nach Photoshop „importieren“

 

Welche Methode ist die richtige?

Ich für meinen Teil bevorzuge so gut wie immer die zweite Methode. Die erste benutze ich eigentlich nur, wenn ich ein Foto schnell für Instagram oder Facebook vorbereiten will, zum Beispiel ältere, die ich mit neuem Look hochladen möchte. Für alles andere nutze ich Variante 2.

Wenn du durch diesen Artikel Lust auf die Arbeit mit Presets bekommen hast, dann erstell dir unbedingt deine eigenen. Mit Looks, die die wiederverwenden möchtest, oder einfach mit Einstellungen, die du oft benutzt – beispielsweise Schärfungen oder Kameraprofile. Schau dir auch gern mal meine Presets an, um meine Looks zu benutzen und daraus vielleicht deine eigenen zu entwickeln! Als treuer Blog-Leser bekommst dus momentan sogar für die Hälfte des eigentlichen Preises!

 
 

Das war hoffentlich hilfreich und interessant für dich, denn dieser Blog endet hier ;) Machst du es auch so wie ich beschrieben habe? Hast du vielleicht eine noch bessere Methode? Teils mir in dem Kommentaren mit! Wenn dieser Artikel für dich hilfreich war, dann würde ich mich freuen, wenn du ihn auf Facebook und anderen Social Medias teilen würdest.

Bis zum nächsten,

Cheers,
Frank